Über den Kampf zum Sieg im Bodenseederby

VfB Friedrichshafen II – USC Konstanz (25:22, 26:28, 18:25, 16:25) – Nachdem in den vergangenen zwei Wochen nochmals intensiv an der Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen sowie an einigen taktischen Varianten gefeilt wurde, machte sich das Team um Kapitän Philipp Sigmund in Richtung Friedrichshafen auf. Schon vor dem Spiel war klar, dass es eine sehr spezielle Angelegenheit wird: Einerseits waren die Bodenseederbys in den letzten Jahren immer sehr umkämpft, wobei die Spiele mehrere Male erst im Tie-Break entschieden wurden. Andererseits war es für den USC Trainer Helmut Zirk eine Art „Rückkehr in mein altes Wohnzimmer“, zumal er in den letzten 20 Jahren die Jugendarbeit des VfB Friedrichshafen maßgeblich mitgeprägt hat.

Der Start des ersten Satzes war geprägt von Aufschlagfehlern auf beiden Seiten. Zu Ungunsten der Gäste fand der VfB aber im Verlauf des Satzes immer besser ins Spiel und konnte so den ersten Satz mit 25:22 für sich entscheiden. „Der Startsatz war alles andere als optimal. Mit 13 Eigenfehlern in einem Satz muss man sich aber auch nicht wundern, dass der VfB den Satz für sich entscheidet“, war das nüchterne Resümee des Trainers. In der Satzpause wurde dann auch die Eigenfehlerquote angesprochen und die Aufschlagtaktik umgestellt. Mit weniger Risiko und dafür mehr taktischen Aufschlägen sollte die gegnerische Annahme vor neue Probleme gestellt werden. Die neue taktische Ausrichtung tat dem Spielverlauf sichtlich gut. Beide Teams senkten ihre Eigenfehler, wodurch sich das Niveau des Spiels deutlich steigerte. Es zeichnete sich ein hart umkämpfter zweiter Satz ab, bei dem sich aber kein Team wirklich absetzen konnte. In dieser Phase des Spiels zogen beide Mannschaften ein konstantes Side-out Spiel auf. So brauchte der USC Konstanz schlussendlich auch fünf Satzbälle und eine kämpferische Mannschaftsleistung, um den Satz in trockene Tücher zu legen.

Der gewonnene Satz gab dem USC sichtlich Aufschwung, sodass das Team im dritten Durchgang schnell mit fünf Punkten davonzog. Auch ein kurzes Aufbäumen des Gegners wurde mit einer Serie von vier Blockpunkten von Bojan Kordic im Keime erstickt. Mehr noch: Die Führung wurde durch eine geschlossene Mannschaftsleistung sogar noch ausgebaut, womit der Satz schlussendlich völlig klar und verdient mit 18:25 an den USC ging. Es machte den Anschein, dass der Verlust des dritten Satzes das Angriffsspiel des Heimteams gehemmt hat. Ein ums andere Mal konnten die Bälle aus Sicht des USC verteidigt und erfolgreich im gegnerischen Feld untergebracht werden. Nach dem Spiel meinte ein sichtlich erleichterter Markus Hornikel: „In dieser Phase des Spiels hat einfach alles gepasst. Das Team blockte und verteidigte gut und der Zuspieler verteilte die Bälle hervorragend, wodurch die Angreifer fast aussuchen konnten, wohin sie schlagen wollen.“ Der Satz wurde dann auch fulminant mit dem Punkt des Tages – einem Einhandblock – von Lars Hammer beendet und somit die drei ersten Punkte der Saison nach Konstanz entführt. In zwei Wochen steht das nächste Meisterschaftsspiel auswärts gegen die heimstarken Bliesener an. „Bis dahin müssen wir aber noch viel an unserer Konstanz arbeiten, um meine Nerven zu schonen“, meinte ein glücklicher Helmut Zirk.

USC Konstanz: Becker, Kaltenmark, Hammer, Kordic, Rodler, Weber, Kempe, Sigmund, Kriech, Mundt, Schlag, Hornikel