Oberliga: Sieg gegen den Tabellenführer!

Der USC Konstanz empfing am vergangenen Samstag den Oberliga-Tabellenführer aus Heidelberg. Das Team der SG HTV/USC Heidelberg hatte bislang nur ein Spiel abgeben müssen. Die Spieler um Trainer Rüdiger Bauer gelten als Aufstiegskandidat in die Regionalliga und unterstrichen diese Ambitionen bislang durch Tabellenplatz Eins.

Die Oberliga-Neulinge des USC Konstanz hingegen mussten in der laufenden Saison bereits zwei Spiele auswärts abgeben, jedoch sind sie 2015 in der heimischen „Schänzlehölle“ seit 12 Spielen ungeschlagen. Unter diesen spannenden Vorzeichen und mit einem gut gefüllten Spielerkader startete das Auftaktmatch am USC-Gameday (Oberliga 16.00 Uhr, Dritte Liga 19.30 Uhr).

USC-Trainer Uwe Schneider strahlte bei der Mannschaftsbesprechung Zuversicht aus: „Die Heidelberger spielen ähnlich Volleyball wie wir. Das liegt uns, da können wir mit guten Aufschlägen und unserem schnellen Spielsystem heute etwas holen. Wichtig dabei: gleich zu Satzbeginn sehr konzentriert starten. In den vergangenen Spielen mussten wir immer zuerst den Gegner davonziehen lassen. Zwar holen wir das meist wieder auf, aber es kostet eben Körner. Und gegen den Tabellenführer wäre das sicher fatal!“

Mit dieser Ansage im Hinterkopf startete das Bodensee-Team, lautstark unterstützt von trommelnden Fans und den Mannschaftskollegen der Ersten Mannschaft auf den Rängen. Und es lief alles für den USC im ersten Satz: Zuspieler Julian Vill zog aus einer stabilen Annahme ein sehr variables Spiel auf und brachte seine Angreifer permanent in gute Position. Heidelberg konnte in dieser Anfangsphase meist nur mit einem Einer-Block dagegenhalten und ermöglichte dadurch den Konstanzer Außenangreifern Philipp Röhl und Matthias Dittrich alle Möglichkeiten. Auch die beiden Mittelangreifer sammelten zunehmend Angriffspunkte während die Heidelberger im gesamten ersten Satz keinen einzigen direkten Angriffsball im Konstanzer Feld unterbringen konnten. Hier zeigte Libero Philipp Keckeis seine Reaktionsschnelligkeit und kratzte mehrere „Unmögliche“ aus der Abwehr. Die Nordbadener wechselten bei 23:15 für Konstanz den Zuspieler, konnten aber letztlich den Satzverlust dadurch nicht mehr verhindern (25:21).

Danach starteten die Heidelberger besser, der zweite Satz bot entsprechend spielerisch ein höheres Niveau. Beide Seiten setzten nun ihre Angreifer gut in Szene und die Zuschauer sahen ein kurzweiliges Spiel. Während die Heidelberger aber bei eigenem Aufschlag kaum weitere Punkte erzielen konnten, sammelten die Konstanzer Aufschläger meist noch ein oder zwei Break-Points mehr. In der entscheidenden Satzphase erhöhte dann Mittelangreifer Chris Petry mit einer Aufschlag-Serie den Spielstand auf 19:14 und brachte damit sein Team in eine komfortable Position. Der Gegner zeigte Nerven und setzte mehrere Angriffe ins Aus und verspielte dadurch die Möglichkeit, nochmals zu den USClern aufzuschließen. Beim Stand von 24:21 beendete dann der Konstanzer Julian Vill mit einer sehenswerten Blockfinte gegen den Heidelberger Mittelangreifer auch diesen Satz erfolgreich (25:21).

Die Konstanzer lagen nun 2:0 nach Sätzen gegen den Tabellenführer vor, eine entsprechende Reaktion der Gäste wurde erwartet. Doch zunächst setzte der Konstanzer Philipp Röhl mit harten Sprungaufschlägen das erste Ausrufezeichen. Der Heidelberger Trainer nahm beim Stand von 5:1 für den USC schon früh eine Auszeit um den Aufschlag-Rhythmus zu unterbrechen. Und das zeigte die erwünschte Wirkung. Jetzt erspielten sich die Heidelberger die Break-Points und der gut aufgelegte Zuspieler „spendierte“ noch ein paar gekonnte Ableger ins Konstanzer Feld. Die Konstanzer Annahme wackelte jetzt erheblich, viele einfache Angriffsfehler schlossen sich an und ermöglichten so die Gästeführung (14:21). Mit einem Doppelwechsel stellte Trainer Uwe Schneider taktisch um, dies brachte zwar noch ein paar Punkte ein, aber es konnte den Heidelberger Satzgewinn letztlich nicht mehr gefährden (19:25).

Mit dem 2:1 Spielstand im Rücken drohte ein Aufbäumen der SG Heidelberg, das Spiel noch zu drehen. Das Team vom Bodensee musste jetzt dagegenhalten und zeigte auch die gewünschte Reaktion. Während hinten Philipp Röhl mehrmals die Angriffe der Heidelberger abwehrte, zeigte vorne Kapitän Matthias Dittrich Improvisationskunst: Mit „links“ versenkte er zuerst den Ball im gegnerischen Feld und ließ anschließend eine Serie Aufschläge folgen. Auch der Konstanzer Block stand wieder zuverlässig und so erspielte sich der USC eine beruhigende 12:6 –Führung. Und der USC ließ auch kein Wiedererstarken des Gegners zu. Die Führung wurde sicher bis zum Satzende ausgebaut und der Tabellenführer aus Heidelberg konnte die Niederlage nicht mehr abwenden (25:22).

Nach diesem Erfolg startet der USC Konstanz nun in die heiße Phase der Hinrunde: Drei Auswärtsspiele und ein Heimspiel in der Konstanzer Schänzlehalle stehen bis Weihnachten im Kalender. Sollten die Konstanzer dabei noch ein paar Punkte holen, hätte das Team wohl kaum noch etwas mit dem Abstieg zu tun. Das Saisonziel der „Zwoten“ ist also durchaus in Reichweite.

USC Konstanz: Johannes Ardelt, Daniel Berger, Timo Dimitriadis, Matthias Dittrich (C), Philipp Keckeis, Arvid Kuritz, Gabriel Mayer, Christoph Petry, Johannes Reisch, Philipp Röhl, Julian Vill, Christian Weber, Trainer Uwe Schneider