Kleines Wunder: USC-Damen gewinnen schon verloren geglaubtes Spiel

FV Tübinger Modell – USC Konstanz 1:3 (25:13, 23:25, 21:25, 20:25) – Am vergangenen Samstagabend bestritten die Regionalliga-Damen des USC Konstanz ihr wohl unglaublichstes Spiel der Saison. Auch wenn es das Endergebnis von 3:1 aus Sicht der Konstanzer nicht gleich vermuten lässt, so war durchaus ein kleines Wunder für diesen Sieg nötig.

Die Partie begann ausgeglichen und Konstanz führte zu Beginn des ersten Satzes mit 5:4. Doch das Blatt sollte sich wenden. Die Tübingerinnen wollten um jeden Preis gewinnen, schalteten gleich drei Gänge höher und ließen die USC Damen keine Sekunde ins Spiel kommen. Tübingen schlug mit unheimlich viel Druck auf, so dass kein variables Zuspiel möglich war und die Angreiferinnen um Spielführerin Lina Hummel ein ums andere Mal im Tübinger Block hängen blieben. Beim Spielstand von 6:17 aus Sicht des USC nahm Trainerin Alina Lupu ihre zweite Auszeit und appellierte an ihre Mädels, sich auf ihre spielerischen Stärken und Kreativität zu besinnen. Sie mussten es irgendwie schaffen, den Rhythmus wieder zu finden, um nicht unterzugehen. Immerhin fruchtete diese Ansage und es konnten noch sieben weitere Punkte erzielt werden, bevor die starken Gastgeberinnen den Sack zumachten (25:13).

Der zweite Satz sollte so beginnen, wie der erste endete. Immer wieder scheiterten die Bodenseemädels an dem schier unüberwindbaren Block und konnten somit keinerlei Druck auf die Tübingerinnen ausüben. Kontinuierlich liefen die Gäste einem Rückstand nach (3:8, 10:16, 15:19). Dann brachte Lupu Camilla Zametica im Aufschlag, die den Gastgeberinnen gleich ein Ass servierte. Damit schien die Wende eingeleitet. Die Lokalmatadorinnen kamen ins Straucheln, Fehler schlichen sich ein und USC-Spielführerin Hummel peitschte ihre Mädels an, genau jetzt die Chance zu nutzen. Die zahlreichen Zuschauer sahen einen unglaublichen Kampf, der diesmal das glücklichere Ende für Konstanz fand (25:23).

Doch der Tübinger Siegeswille war ungebrochen. Der dritte Durchgang begann wie der zweite für die Konzilstädterinnen. Beim Stand von 11:15 aus Konstanzer Sicht nahm Lupu erneut eine Auszeit: „Wir müssen jetzt Punkt für Punkt denken, und für jede noch so schwierige Situation eine Lösung finden. Fehler schnell abhaken und immer weiter um jeden Ball kämpfen!“ Mit vollem Risiko im Aufschlag und in den Angriffen kämpften sich die Konstanzerinnen Punkt für Punkt heran und nutzen den Überraschungsmoment für sich für den Gewinn des dritten Durchgangs (25:21). Diese Aufholjagden schlauchten das Lupu-Team psychisch wie auch physisch und sie wollten um jeden Preis einen Tiebreak vermeiden. Jedoch sah dies im vierten Satz alles keineswegs danach aus. Die TüMo Damen feuerten den Gästen die Bälle um die Ohren und über 3:7, 4:10 und 10:17 sah es nicht gut aus für den Tabellenführer. Lupu nahm ihre zweite Auszeit, um ihr Team wieder auf Kurs zu bringen. Es ging nur noch alles oder nichts. Ein klasse Block von Felicitas Piossek, gefolgt von Aufschlagserien von Carla Ambrosius, Britta Steffens und Lena Schuh brachten die Gäste wieder in Spiel (16:17, 21:19). Endlich, der Widerstand der Tübinger war gebrochen und die Mädels vom Bodensee konnten mit 25:20 und damit 3:1 diese unglaubliche Partie für sich entscheiden.

„Tübingen ist mit 200% ins Spiel gestartet und wollte um jeden Preis gewinnen. Wir haben anfangs kein Rezept gegen diesen starken Block gefunden und viel mit uns selber gekämpft.“, resümiert Britta Steffens. Und auch Trainerin Alina Lupu ist froh über den Sieg, auch wenn sie nicht ganz zufrieden war mit der spielerischen Leistung ihrer Mannschaft: „Wir haben uns verunsichern lassen, haben uns nicht auf unser Spiel konzentriert und waren zu berechenbar bei unseren Angriffen. Aber ich ziehe meinen Hut vor den Mädels, dass sie zu keinem Zeitpunkt aufgegeben haben. Lina hat das Team auf dem Spielfeld permanent motiviert und die Mädels haben sich im letzten Satz in einen Rausch gespielt. Das war eine Wahnsinns Teamleistung.“ Für Franka Welsch war es darüber hinaus ein besonderes Spiel, da sie gegen ihre Schwester Leonie spielte: „Es ist toll, dass wir das Spiel gewonnen haben, auch wenn ich natürlich auch stolz war, wenn meine Schwester gute Punkte gemacht hat. Es waren viele Freunde und unsere Familie gekommen, da ist es etwas schade gewesen, dass ich heute nicht meine beste Leistung abrufen konnte.“

Zeit zum Durchatmen bleibt den USC-Damen jedoch nicht. Bereits am kommenden Samstag folgt eine weitere richtungsweisende Partie mit Blick auf die Meisterschaft. Da empfängt der USC den Tabellenvierten TTV Dettingen.