„Die Meisterschaft ist bei uns kein Thema“

Die Spielertrainer des USC Konstanz, Philipp Röhl und Philipp Sigmund, im Interview

Der USC Konstanz hat sich nach dem Abstieg aus der 3. Liga in der Regionalliga mehr als gefangen. Nach Abschluss der Vorrunde standen die USC’ler zum ersten Mal sogar ganz oben in der Tabelle und holten sich die unerwartete Herbstmeisterschaft. Nach dem letzten Spiel in Jahr 2016, das die Konstanzer 2:3 gegen Aalen verloren, sprachen wir mit dem Spielertrainer-Duo Philipp Sigmund und Philipp Röhl.

Herr Sigmund, Herr Röhl, wie fällt Ihr Fazit der Vorrunde aus?

Sigmund: Durchweg positiv. Wir haben uns wirklich sehr gut entwickelt und die Stimmung im Team ist bestens.

Röhl: Wir haben zwar etwas Verletzungsprobleme gehabt, aber immerhin 22 Spieler eingesetzt, was wirklich beachtlich ist. Natürlich fehlte hin und wieder die Abstimmung, aber insgesamt haben wir vor allem einen beachtlichen Teamgeist gezeigt.

Sie haben vor der Saison gesagt, dass Sie unter den ersten drei landen wollen. Jetzt waren Sie Herbstmeister. Was das zu erwarten?

Röhl: Wir haben es natürlich gehofft, oben dabei zu sein. Aber dafür sind immer viele Faktoren wichtig. Bislang läuft alles planmäßig.

Sigmund: Es läuft wirklich gut. Allerdings ist die Liga extrem eng zusammen. Jeder kann jeden schlagen, das wird auch in der Rückrunde so sein.

Im ersten Hinrundenspiel und der letzten Partie des Jahres verloren Sie mit 2:3 gegen Aalen und mussten die Tabellenführung an das gleiche Team abgeben. Wie sehr ärgert Sie das?

Sigmund: Natürlich ist es bitter zu verlieren. Das ist klar. Es wäre sehr schön gewesen, als Spitzenreiter ins neue Jahr zu gehen. Jetzt sind wir punktgleich Zweiter. Da gibt es durchaus schlimmeres.

Röhl: Wir haben den ersten Satz sehr unglücklich mit 29:31 verloren. Ich bin sicher, dass das Spiel anders ausgegangen wäre, wenn wir diesen gewonnen hätten.

Es ist Ihre erste Saison als Spielertrainer. Wie verläuft sie?

Röhl: Es ist für uns beide eine immense Zusatzbelastung. Das merkt man leider immer wieder auf dem Feld, wenn bei uns doch mal ein paar Prozent von der Leistung fehlen. Es macht aber tierisch Spaß und der Erfolg gibt uns gewissermaßen auch Recht, dass wir nicht so falsch liegen.

Sigmund: Wir haben uns die Arbeit aufgeteilt. Ich koordiniere das Training und kümmere mich mehr um das Sportliche und Philipp Röhl ist der Mann für das Organisatorische drum herum und viel im Hintergrund. Diese Aufteilung hat sich bislang wirklich absolut bewährt.

Mit welchen Zielen gehen Sie in die Rückrunde?

Sigmund: Da hat sich nichts geändert. Wir wollen unter den ersten drei bleiben.

Denkt man als Herbstmeister nicht an die Meisterschaft und einen möglichen Aufstieg?

Röhl: Bei uns denkt keiner an die Meisterschaft. Es ist so eng, dass einfach noch ganz viel passieren kann. Natürlich sind wir fokussiert und wollen so gut wie möglich abschneiden. Und Platz eins ist durchaus nicht unerreichbar.

Kehrt der USC Konstanz dann in die 3. Liga zurück?

Röhl: Darüber machen wir uns zum momentanen Zeitpunkt keine Gedanken. Wir könnten diesbezüglich auch noch gar nichts Definitives sagen, denn die Mannschaft wird sich für die kommende Saison wohl wieder etwas verändern, weil einige mit dem Studium fertig werden.

Sigmund:  Sportlich wäre die 3. Liga natürlich extrem interessant mit Mimmmenhausen, Radolfzell und Friedrichshafen. Wir werden das Wagnis aber nur eingehen, wenn wir eine schlagkräftige Mannschaft haben.

Wie sieht die Weihnachtspause beim USC Konstanz aus?

Wir werden noch zusammen ein Jahres-Abschluss-Essen haben. Dann werden wir den Volleyball mal auf die Seite legen. Am 2. Januar geht es mit dem Training dann weiter, bevor wir dann am 14. Januar mit dem Spiel gegen Heidelberg wieder in das Ligageschehen eingreifen werden.

Die Fragen stellte Reiner Jäckle