3. Bundesliga: Das große Ziel heißt Klassenerhalt

Im Sommer hat sich das Personal-Karussell beim USC Konstanz extrem gedreht. Mit sieben Spielern haben mehr als eine komplette Mannschaft den Verein verlassen. Bei drei Neuzugängen ist also der Kader deutlich schmaler geworden. „Das ist das Los eines Vereins in einer Uni-Stadt“, sagt Jürgen Eck, der einen Großteil seiner sportlichen Verantwortung aus beruflichen Gründen abgegeben hat. Mit Thomas Vogt haben die Konstanzer einen neuen Trainer, der allerdings kein Unbekannter ist. Eck bleibt aber trotzdem im Trainerteam und hilft, das Ziel Klassenerhalt zu realisieren.

USC Thomas Vogt

Vogt hat beim VC Offenburg bereits seine Meriten verdient. Jahrzehntelang war er es, der bei die Ortenauer zu besten Verein Südbadens gemacht hat. Der VCO spielte zweitweise in der 2. Bundesliga – mit Thomas Vogt als Trainer. „Er ist ein absoluter Glücksfall für den USC“, sagt Eck. „Er hat schon einige Nationalspieler geformt.“ Da er mittlerweile in Pfullendorf lebt und momentan kein Engagement im Volleyball hatte, hat er das Angebot aus Konstanz gerne angenommen. Auf den Spieltagen wird Vogt dabei sein, die Trainingseinheiten unter der Woche teilen sich er und Eck auf.

Auf die beiden wartet ein ganz hartes Stück Arbeit, denn die Hälfte des erfolgreichen Drittliga-Teams hat den USC verlassen. „Sieben Abgänge sind brutal“, kommentiert Eck. „Wir müssen versuchen, diesen Schwund irgendwie zu kompensieren und so schnell wie möglich in den Rhythmus zu kommen.“ Das wird allerdings doppelt schwer, denn die Vorbereitung lief nicht gerade optimal. Das Turnier in Radolfzell wurde zwar gewonnen, allerdings lässt sich das Trainerteam davon nicht blenden.

Hinzu kommt, dass die 3. Liga offensichtlich noch stärker geworden ist, da die Konkurrenten personell aufgerüstet haben. „Ich gehe davon aus, dass Karlsruhe und Rüsselsheim vorne sein werden“, so Eck. „Dahinter wird es wohl wieder ganz eng werden.“ Allerdings freut sich Eck auf die anstehenden Derbys, denn mit Mimmenhausen und Friedrichshafen sind zwei Nachbarn in die Liga aufgestiegen. Mit Sinzig und Waldgirmes aber auch zwei Mannschaften dazugekommen, die noch weiter weg sind, als die bisherigen Gegner. „Es ist schön, dass es die Derbys gibt“, so Eck. „Das ist immer etwas ganz Besonderes.“

Es wird also auf die Tagesform ankommen und beim USC Konstanz auch auf das nötige Quäntchen Glück, denn personell darf nichts passieren. „Wenn wir so eine Verletzungsmisere bekommen, wie wir sie kurzzeitig in der vergangenen Saison hatten, dann wird es ganz schwer“, vermutet Eck. „Zwölf Spieler sind schon genug, aber eben nur, wenn auch alle einsatzfähig sind.“

In der Annahme und in der Abwehr sieht der Co-Trainer den USC Konstanz deutlich stärker als in der vergangenen Saison. Allerdings wird wohl die Durchschlagskraft im Angriff auch einiges geringer sein. „Es wird sich zeigen, wie schnell sich die Angreifer mit den Zuspielern eingespielt haben“, so Eck. „Die Abstimmung, der Rhythmus und die Konstanz werden die entscheidenden Faktoren sein.“

Das erste Spiel wird schon einmal eine Standortbestimmung sein, obwohl sich Eck nicht traut, eine Prognose abzugeben: „Über Rottenburg kann man nichts sagen, weil es eine komplette Wundertüte ist.“ Es sei so unberechenbar, dass es sowohl eine 0:3-Niederlage, als auch ein 3:0-Sieg möglich sei. Ein guter und erfolgreicher Start am Samstag wäre aber schon sehr wichtig.

USC Konstanz: Jens Weber, Robin Muntwyler, Nico Reichert, Thomas Fürst, Bernd Neuffer, Marc Mundt, Jonathan Rodler,       Rafael Dürr, Lars Hammer, Marvin Scheller, Markus Weinert, Johannes Keckeis.

Neuzugänge: Robin Muntwyler (Amriswil), Lars Hammer (TV Hausen), Johannes Keckeis (2. Mannschaft)

Abgänge: Philipp Röhl (2. Mannschaft), Philipp Sigmund (Amriswil), Claudio Kriech (Amriswil), Tobias Schenk, Markus Dürnay, Lukas Hölzl (beruflich weggezogen), Kolja Hüther (TSV Mimmenhausen).